Spieglein, Spieglein in der Hand – wer ist die Spalterin in diesem Land….

Die Verhältnisse zum Tanzen bringen – care revolution!

Arbeitsministerium. Es klingt wie ein Ort, an dem die Arbeit im Mittelpunkt steht. Doch wer genau hinguckt, sieht gleich, dass in dieser Mitte nicht unser aller Arbeit steht, sondern eigentlich „Profit“ der Kern alles Treibens in diesem Hause ist. In dem SPD-geführten Arbeitsministerium werden Verarmung, Abstieg und Ausgrenzung z.B. durch die Hartz Gesetze produziert. Hier wird gespalten, hier wird der Export der Agenda 2010 vorbereitet.

Teil der Blockupy Proteste sind seit 2012 queer-feministische Gruppen. Es reicht nicht, wenn Macht und Eigentum einfach nur in neuen Händen liegen. Wir Feministinnen stellen das Leben in den Mittelpunkt. Produktion, Zeitverteilung, die ganze Gesellschaft gehört grundsätzlich verändert! Nicht für den Profit, für das Leben wollen wir schaffen. Es braucht eine feministische Intervention vor dem Arbeitsministerium!

Unsere Doppelbelastung heißt Kapitalismus und Patriarchat!

WTF – Nicht unsere Politik – Nicht unser Haus!

Mit den Krisen des Kapitalismus wird der Druck auf alle Bereiche der sozialen Reproduktion – der Tätigkeiten für das Leben und für die, die leben – immer höher. Ausdruck für die politische Beteiligung an dieser gigantischen Verteilung von unten nach oben sind die Hartz Gesetze. Was im politischen Laboratorium Deutschland erfolgreich getestet wurde, soll nun als Exportschlager allen anderen europäischen Ländern aufgezwungen und in Deutschland weiter verschärft werden. Wir sagen den Freundinnen, den Genossinnen in allen europäischen Ländern: Wehrt Euch!

Hartz IV bedeutet Armut per Gesetz, Armut trotz Arbeit, Armut im Alter – Armut vor allem für Kinder und Frauen. Die Armutsquote von Alleinerziehenden steigt. 90 Prozent sind Frauen. Frauen, die neben der Sorgearbeit noch Lohnarbeiten gehen, leben in Armut. Viele von ihnen haben nicht einen, sondern zwei oder drei Jobs. 40% der allein erziehenden Eltern beziehen Arbeitslosengeld II. Das sind fast viermal so viele wie der Durchschnitt aller Haushalte. Die Hartzgesetze zwingen in Beschäftigungen im Niedriglohnsektor oder in instabile, unbefristete Arbeitsverhältnisse. Gerade in den sozialen Berufen steigt die Anzahl an Teilzeit- und Minijobs.

Wir gehen dahin, wo Armut durch Arbeit beschlossen und in Gesetze gegossen wird: Wir gehen vor das Arbeitsministerium und halten Euch den Spiegel vor: Ihr, die Sonntags von sozialer Gerechtigkeit reden, um Montags bis Freitags Gesetze der Prekarisierung, der Ausgrenzung, der Verarmung formulieren und auf den Weg bringen. Wir werden den Export vielleicht nicht aufhalten. Aber wir werden ihn sichtbar machen!

Überall da, wo es darum geht, Sorge zu tragen für andere, sind es überwiegend Frauen, denen in unserer Gesellschaft die Verantwortung zugeschrieben wird, aus „Liebe“ Ausbeutung als Normalzustand zu akzeptieren.

Women on the move – wir lassen uns nicht spalten!

EU-Bürger*innen sollen nach den Vorstellungen der GroKo künftig erst nach 5 Jahren einen Anspruch auf Existenzsicherung in Deutschland haben und dann auch nur für 4 Wochen. Statt der Garantien des Lebens gibt es freizügig ein Darlehen für die Rückreisekosten. Das alte Motto deutscher Faschisten „Heimreise statt Einreise“ ist das neue Motto aus dem Ministerium für Arbeit und Soziales. Die AfD muss nicht im Bundestag sitzen, damit ihre rassistischen Forderungen Gesetz werden. Das erledigen Frau Nahles, Frau Merkel und ihre Truppen. „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ ist längst nicht mehr Teil eines Märchens. Es ist bittere Wahrheit. Wer nützlich ist für den Profit bleibt. Wer arm ist und in der Heimat nicht überleben kann, aber nicht profitabel ist soll betteln oder verhungern. Das ist kapitalistische Humanität im 21. Jahrhundert – hier mitten in Europa.

Wir werden am 2. September vor dem Arbeitsministerium sein und Frau Nahles wird sehen, wer wir

sind:

Anita, 51 Jahre alt, später in Altersarmut
Simone, 32 Jahre alt, trotz Vollzeit-Arbeit als Aufstockerin in Hartz IV
Angelina aus Barcelona, seit 4 Jahren als Pflegerin in einem Privathaushalt, gekündigt, erwartet ihr Darlehen um die Rückreisekosten zu zahlen
Andrea, 62 Jahre, vom Job-Center in die Rente gezwungen
Sabrina, Arzthelferin aus Polen, obdachlos nach 3 Jahren Teilzeit in einer Arztpraxis

Die Krise ist der Kapitalismus – jeden Tag, überall in der Welt. Wir werden die Blockupy – Proteste mit feministischer Mobilisierung durchqueren:

Patriarchat und Kapitalismus den Boden entziehen:
Das Leben in den Mittelpunkt stellen! Rise up! Dance! Take care!

2. September – Berlin – Arbeitsministerium
Treffpunkt: 7:30 Uhr Potsdamer Platz/EckeLeipziger Strasse

– Wir werden bunt, kreativ und gewaltfrei rund um das Arbeitsministerium spazieren gehen
– Frauen Europas auf die Barrikaden!
– Wir beteiligen uns an Aktionen des zivilen Ungehorsams
– Wir sind Teil des Blockupy-Ausdruckes in der antirassistischen Demonstration am 3.September