A3 Blockupy goes Arbeitskampf

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

Mit Susanne Mantel, ver.di Berlin / Betriebsrätin H&M, Anton Thun, DIE LINKE.SDS / DIE LINKE Berlin und  Thomas Seibert, medico international (Germany)

Die Stärke der Blockupy-Proteste bestand bisher darin, dass sie sich mit den europaweiten Kämpfen gegen die Spardiktate solidarisierten und an der verbreiteten Kapitalismuskritik anknüpften. Die Aktionstage 2013 waren dabei ein erster Versuch, „Krise“ weiter zu fassen, indem Aktionen auch in Bezug auf Einzelhandel und globale Wertschöpfungsketten (Zeil-Aktionen) stattgefunden haben.

In Griechenland und Spanien gibt es regelmäßig Generalstreiks, in Deutschland scheint es trotz oder in der Krise ruhig zu sein. Dabei gibt es auch hier Lohnsenkungen, Leiharbeit und Schuldenbremse. Den Gewerkschaften kommt deshalb eine zentrale Rolle zu, denn der soziale Frieden wird nur aufgekündigt werden, wenn Gewerkschafter_innen sich von Krisenkooperatismus und Sozialpartnerschaft lösen und eine neue Streikbereitschaft in den Betrieben entsteht.

Eine solche Möglichkeit bietet sich in zwei Feldern besonders gut: Zum einen in den Auseinandersetzungen im Einzelhandel, wo derzeit ein Generalangriff auf alle Beschäftigten stattfindet – durch die Kündigung des Manteltarifvertrages seitens des Unternehmerlagers. Vielerorts beginnt Ver.di deshalb zu kämpfen und ist auf Solidarität angewiesen. Ein anderes „Experimentierfeld“ könnte für Gewerkschaften und radikaler Linke in den Arbeitsfeldern liegen, in dem viele neue „Krisenmigrant_innen“ arbeiten – der Feld der Pflege, Sorge und Care-Arbeit. So werden gerade in Süddeutschland junge Leute aus Spanien und Portugal in diesem Bereich angeworben.

Diese Kämpfe sind im Kontext globaler Produktionsketten und Kämpfen zu verstehen. Was heißt das für gewerkschaftliche Arbeit, wo lägen Schnittstellen zu gemeinsamen, transnationalen Anti-Krisen-Politiken? Blockupy-Aktive in Berlin haben begonnen, Erfahrungen in der Streikunterstützung zu sammeln, begleiten die Kolleg_innen solidarisch. Auch bei den Frankfurter Aktionstagen wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt, was es heißt, vor Ort und auch transnational/global zu agieren. Im Workshop sollen neben einer inhaltlichen und strategischen Debatte diese Erfahrungen reflektiert und ihre Verallgemeinerbarkeit für andere lokale Blockupy Bündnisse diskutiert werden.