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Camp: Zwangsräumungen. Verhindern!

30.05.2013 @ 20:00

Eine Veranstaltung mit Aktivist_innen der ‚Zwangsräumungen Verhindern‘- Kampagnen in Berlin und Madrid

Zwangsräumungen und die Dauerkrise des Kapitalismus
Im Rahmen der sich seit 07/08 verschärfenden Krise spitzt sich auch die Lage auf den Wohnungsmärkten zu. Krisen- politiken zielen v.a. darauf ab, auf den Rücken der gering- verdienenden Massen den kapitalistischen Betrieb aufrecht zu erhalten.

Spanien: Eine halbe Millionen geräumte Wohnungen – aber ein Ende in Sicht
In Spanien wurden seither ca. eine halbe Million Wohnungen zwangsgeräumt. Für Betroffene bedeutet dies Wohnungs- losigkeit und Schulden. Denn geringe sozialstaatliche Ab- sicherung kompensierten viele Spanier_innen durch kre- ditfinanziertes Wohneigentum. Bei Räumung erhalten sie nur den Marktwert – bei eingebrochenen Immobilienmärk- ten. Und sie tragen Kreditschulden und Gerichtskosten. Im Bündnis „Plattform der Betroffenen der Hypotheken“ (PAH) kämpfen Betroffene und Solidarische gegen Räumungen und für alternative Formen der Wohnungsbereitstellung. Erste Erfolge sind sichtbar: halbherzige politische Zuge- ständnisse der konservativen Regierungspartei, aber auch verhinderte Räumungen, Politisierung und neue Bündnisse z.B. Solidarisierungen von Schlosser_innen, die sich wei- gern, Wohnungen zu öffnen.

Mietenproteste in Deutschland
Auch in Deutschland kritisieren ‚Recht auf Stadt‘- und Mietenstopp-Bündnisse Wohnungspolitik. Denn neoliberale Stadtpolitiken verschärfen die sozialen Verwerfungen einer vorwiegend privatwirtschaftlichen Bereitstellung von Wohnraum. Die europäische Krisenpolitik lässt zwar bis dato v.a. die südeuropäischen Länder den Preis der Stützung des instabilen Kapitalismus zahlen. Dennoch nimmt auch in vielen Städten Deutschlands die Zahl der Zwangs- räumungen – meist wegen Mietrückständen – zu. Denn Arbeitslosigkeit, Niedriglohnpolitik und Hartz-IV-Reformen belasten ärmere Haushalte. In Berlin erweiterte 2011 die Initiative ‚Kotti & Co.‘ den Protest über die von der wei- ßen Mittelschicht dominierten Bündnisse von linker Szene und Mietrechtsinitiativen hinaus und verbesserte Kontakte zu Räumungsbetroffenen. Seit 2012 kämpft das Bündnis ‚Zwangsräumungen verhindern‘ gegen die zunehmenden Räumungen. Die Repression ist hoch: Die nach ihrer ei- genen Zwangsräumung verstorbene Aktivistin, Rosemarie F., Verletzte auf Demonstrationen, und Ermittlungen des Staatsschutzes verdeutlichen die Dramatik des Themas. Aber es konnten auch erste Räumungen verhindert werden und Aktivist_innen anderer Städte greifen Ideen auf.

Ein, zwei, viele Kampagnen gegen Zwangsräumungen
Auf der Veranstaltung stellen Aktivist_innen von Kampag- nen gegen Zwangsräumungen ihre Arbeit vor: 1. die PAH Madrid (http://afectadosporlahipoteca.com) und 2. das Bündnis ‚Zwangsräumungen verhindern‘ aus Berlin (http:// zwangsraeumungverhin-dern.blogsport.de).

Wir wollen diskutieren: Wie konnten die erfolgreichen Mo- bilisierungen entstehen? Welche Probleme gab es? Sind ähnliche Initiativen in anderen Städten, z.B. Frankfurt, mög- lich? Wir wollen mit der Veranstaltungen in Frankfurt einen Anstoß für weitere Initiativen geben.

Anschlussworkshop:
Donnerstag 30. Mai, Blockupycamp, Zeit tba.

Details

Datum:
30.05.2013
Zeit:
20:00

Veranstaltungsort

Hauptzelt Camp anticapitalista
Rebstockpark
Frankfurt, Deutschland

Veranstalter

organisiert aus dem Netzwerk „Wem gehört die Stadt“ vom AK Kritische Geographie Frankfurt & turn*left