31.Mai: Proteste gegen Krisenakteure

In-Bewegung

Wenn am Freitagmorgen die EZB durch Sitz- und Stehblockaden blockiert ist, werden wir uns nicht all zu lange dort aufhalten, sondern die Aktionen bereits am späten Vormittag in einer zweiten Welle auf andere exemplarische Akteure und Profiteure der Krise ausweiten. Denn Aktionsziel am 31. Mai ist es, den üblichen Geschäftsablauf der EZB sowie anderer Akteure des Krisenregimes öffentlich sichtbar zu stören.

Geplante Aktionen im Zuge dieser zweiten Welle sind:


 
Blockupy Deportation Airport
Blockupy-Deportation-Airport-FlyerWo? Flughafen
Wann? 13:00 Uhr

Der Rhein-Main-Airport, integraler Bestandteil der „Global City  Frankfurt“, ist Deutschlands Abschiebeflughafen No.1, und das wichtigste  Abschiebe-Drehkreuz der EU. Von hier aus werden Geflüchtete und  Migrant_innen auf direktem Weg in Armut, Diskriminierung, politische Verfolgung und Krieg geflogen. Etwa ein Drittel aller Abschiebungen aus Frankfurt führen ins  europäische Ausland – in sogenannte „sichere Drittstaaten“ im Süden und Osten Europas. Grundlage dafür ist die sogenannte Dublin-II-Verordnung  der EU, und ein entsprechendes europaweites Informationssystem der Abschiebebehörden. So kann sich vor allem Deutschland bequem gegen Asylsuchende abschotten, während die Länder der europäischen Peripherie noch rigoroser Fluchtrouten versperren – mit Technologien, die sie vor allem in Deutschland einkaufen können.

Lasst uns diese Kämpfe von Krisenprotesten und antirassistischen Initiativen verbinden. Lasst uns unseren Protest gegen das europäische Krisen- und Abschieberegime zum Frankfurter Flughafen tragen, und dort symbolisch und praktisch Solidarität zeigen.

Ganzer Aufruf unter: blockupy.org/31-mai/airport/

 
Blockupy Zeil
Blockupy ZeilWo? Primark, Zeil 94, Am Springbrunnen
Wann? 12:30 Uhr

Die  kapitalistische Krise äußert sich nicht nur auf der Ebene von  Banken  und EU-Institutionen, sondern unmittelbar in unserem Alltag. Sie  zeigt sich in prekären Beschäftigungsverhältnissen, in Stress und  Konkurrenz, während wir arbeiten und leben. Besonders deutlich wird das in der  Textilindustrie. Der Profit der Konzerne basiert auf der aggressiven Ausbeutung der Beschäftigten entlang der globalen Wertschöpfungsketten: An den Produktionsstandorten fabrizieren die Arbeiter_innen zu niedrigsten Löhnen unter meist  gesundheitsschädlichen Bedingungen für  europäische Konzerne. Auch die Beschäftigten in der BRD sind betroffen, denn auch hier werden die mühsam errungenen Rechte der 2,7 Mio. Arbeitnehmer_innen im Einzelhandel abgebaut und ihre Löhne gedrückt.

Durch  kreative und ungehorsame Aktionen soll der Geschäftsbetrieb von  Bekleidungsläden in der Fankfurter Zeil blockiert werden. Wir werden Akteure der kapitalistischen Ausbeutung laut und sichtbar markieren und  Solidarität mit den Kämpfen der Beschäftigten demonstrieren.

Ganzer Aufruf unter: blockupy.org/31-mai/zeil/

 
Gegen die Geschäfte mit dem Hunger – Landraub und Spekulation mit Nahrung stoppen!
LandgrabbingWo? Deutsche Bank (Taunusanlage 12)
Wann? im Anschluss an die EZB-Blockade

Landgrabbing“ ist in aller Munde – und das zu Recht: Denn der seit 2007 explosionsartig angewachsene Ausverkauf fruchtbarer (Acker-)Böden  gleicht mittlerweile einer riesigen Enteignungswelle mit unabsehbaren Folgen. Einige Banken sind inzwischen aus dem  Geschäft ausgestiegen, die Deutsche Bank und die Allianz aber machen ungerührt weiter. Und was macht die Europäische Union? Sie ist unfähig, einheitliche  Regelungen zu finden um Spekulation zu verbieten und schafft stattdessen bestehende Absicherungen von Agrarpreisen zunehmend ab, anstatt Ernährungssouveränität zu fördern.

Wir verweigern uns! Denn ein Wirtschaftssystem, das unweigerlich Spekulationen mit dem Hunger  und Landraub hervorbringt, kann und darf keinen Bestand haben! Keine  Bank darf zu groß zum Scheitern sein. Wir lassen es scheppern: Kochtöpfe sind  unsere Aktionsmittel – wenn schon leer, dann aber laut!

Ganzer Aufruf unter: blockupy.org/31-mai/gegen-landgrabbing-und-nahrungsmittelspekulation/

 
Recht auf Stadt
RechtaufStadtWo? Treffpunkt folgt in Kürze
Wann? im Anschluss an die EZB-Blockade

Die kapitalistische Verwertungslogik sorgt dafür, dass Häuser nicht  gebaut werden, damit Menschen darin wohnen können, sondern als Kapitalanlage. Wer nicht zahlen kann fliegt raus, während eine Vielzahl von Gebäuden leer steht. Auch die vermeintlich öffentlichen Innenstädte werden dominiert von Orten, an denen du Geld brauchst, um dich dort aufzuhalten. Wer dieses Geld nicht hat, oder die konsumanregende Atmosphäre stört, wird  vertrieben. Durch eine ungerechte Steuerpolitik ist in den kommunalen Haushalten wenig Geld. Öffentliche Einrichtungen werden “kostengünstig betrieben”, privatisiert oder sogar geschlossen.

Das alles geschieht auf Kosten der ökonomisch und sozial an den Rand gedrängten; es geht auf Kosten derer, denen das Recht auf Stadt verweigert wird. Kapitalismus findet nicht nur in den Banken statt, er hat die ganze Stadt im Griff. Entreißen wir sie ihm!

Ganzer Aufruf unter: blockupy.org/31-mai/recht-auf-stadt/

 
Care Mob und Tanzblockade
fem 4

Die aktuelle europäische Krisenpolitik übt einen ungeheuren Druck auf  alle Bereiche der sozialen Reproduktion aus, seien es die  Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen, in der Kinderbetreuung, Bildung,  Pflege und die Doppelbelastung in den verschiedenen Formen privater Lebensgemeinschaften/Familien. Während es in den öffentlichen Debatten verstärkt um Rettungspakete für Banken und Staaten geht, rücken wir die Lebensbedingungen der Menschen in den Fokus und skandalisieren die herrschende Zuweisung von oft belastenden Aufgaben an Frauen. Die Krise der Reproduktion hat viele Gesichter. Sie äußert sich in allen Ländern und in allen unterschiedlich. All diese Krisenfolgen sind in der Öffentlichkeit nicht präsent. Der Umgang mit ihnen wird privatisiert und soll individuell gelöst werden.

Wir wollen den Protest in Frankfurt mit queer-feministischen Interventionen verschärfen: Am Freitag wird es vormittags eine queer-feministische Tanzblockade geben. Gleichzeitig werden sich schon am Morgen kleinere Care-mobs bilden, die mit verschiedenen Aktionsformen  und Blockaden dezentral in der Stadt unterwegs sein werden. Am Nachmittag werden wir uns dann zu einem größeren Care-mob zusammenschließen. Patriarchat und Kapitalismus den Boden entziehen: Das Leben in den Mittelpunkt stellen! Seid dabei! Rise up! Dance! Take care!

Ganzer Aufruf unter: blockupy.org/31-mai/queerfem/