Aufruf der feministischen Intervention: Let’s care! Let’s dance! Let’s Blockupy – Feministisch!

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Die Verhältnisse zum Tanzen bringen – care revolution!

Teil der Blockupy Proteste sind seit 2012 queer-feministische Gruppen. Wir sagen, dass es nicht reicht, wenn Macht und Eigentum einfach nur in neuen Händen liegen. Das Grundsätzliche muss geändert werden. Wir stellen als Feministinnen das Leben in den Mittelpunkt und stellen das als Utopie dem Profitdenken entgegen. Produktion, Zeitverteilung, die ganze Gesellschaft gehört vom Kopf auf die Füße gestellt!

Die Eröffnungsfeierlichkeiten der Europäischen Zentralbank am 18. März sollten unsere Party werden. Nun ist aus den Feierlichkeiten ein Candlelight-Dinner geworden – die Party ist abgesagt. Das hält uns nicht vom Tanzen ab: man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt. Blockupy ist dabei, wenn am 18. März die EZB einer kleinen Schar geöffnet wird. Ihre Party mag klein bleiben. Die Folgen ihrer Politik aber führen weiterhin zu Verhältnissen, die wir nicht wollen, gegen die wir Widerstand leisten – gemeinsam mit vielen. Die EZB mag leise treten: wir nicht!

Unsere Doppelbelastung heißt Kapitalismus und Patriarchat!

Was hat die Europäische Zentralbank damit zu tun, dass die Sorge um die Menschlichkeit immer weiter in den Hintergrund gerät? Die EU Politik übt zunehmend einen ungeheuren Druck auf alle Bereiche der sozialen Reproduktion aus. Für diese Politik ist die Europäische Zentralbank ein Symbol – ein gewaltiges Symbol. Seit der Krise von 2008 geht es in der öffentlichen Debatte immer wieder um Rettungspakete. Gerettet werden nicht Menschen, nicht soziale Errungenschaften, nicht die öffentliche Daseinsvorsorge. Nein! Gerettet werden Banken und privates Kapital. Too big to fail! Das Leben von hunderttausenden von Menschen spielt dabei keine Rolle – hier in Europa ebenso wenig, wie jenseits der europäischen Grenzen.

Banken und Kapital profitieren von der Krise. Die Krisenfolgen, die direkt uns alle betreffen – so wie Massenarbeitslosigkeit, Privatisierungen, mangelnde medizinische Versorgung, Bildungsabbau, etc – sollen individuell gelöst werden. Und überall da, wo es darum geht, Sorge zu tragen für andere, sind es überwiegend Frauen, denen in unserer Gesellschaft die Verantwortung zugeschrieben wird, aus „Liebe“ Ausbeutung als Normalzustand zu akzeptieren. Dass Frauen in der Lage sind, Sorge zu tragen, ist nicht ihre Schwäche, sondern ihre Stärke und die Stärke aller, die begriffen haben, dass man nicht als Frau geboren sein muss, um Fürsorglichkeit, Liebe und Solidarität ins Zentrum des Lebens zu stellen.

Die Reproduktionskrise ist eine globale und vielfältige Krise, der wir nur mit globalem Widerstand entgegentreten können. Dieser Widerstand hat längst begonnen. Der Vereinzelung und individuellen Lösungsstrategien setzen wir Solidarität entgegen und entwickeln kollektive Handlungsstrategien. Eine Revolution muss nicht in den Fabriken beginnen. Wir lernen von den ländlichen, indigenen, antikolonialen und feministischen Bewegungen. Wir stehen an der Seite der Widerstandsbewegungen in den Betrieben, aber wir erweitern den Widerstand in den reproduktiven Bereich hinein. Die unbezahlte Ausbeutung hier senkt auf erhebliche Art und Weise die Kosten der Ware Arbeitskraft, steigert den Profit und wirkt so mit an der kapitalistischen Verwertung.

Ein Blick über den Tellerrand eröffnet neue Perspektiven und Strategien für ein Leben ohne Kapitalismus. Längst gibt es überall in der Welt Ansätze, die das gute Leben in den Mittelpunkt stellen. In allen Ländern, in denen die Troika aktuell Kürzungsmaßnahmen und Verelendung durchpeitscht, entstehen Alternativen zur kapitalistischen Produktionsweise, wachsen Solidarität und Widerstand. Unsere Solidarität gilt denen, die vom Krieg der Reichen gegen die Armen betroffen sind. Unsere Solidarität gilt denen, die zusammenstehen, Neues aufbauen und Widerstand gegen die Zerstörung von Mensch und Natur leisten.

Lasst uns einen Blick nach Griechenland werfen: inzwischen sind allein in Athen zwischen 250.000 und 280.000 Menschen von Suppenküchen abhängig. Die Zahl der Obdachlosen stieg in Griechenland seit Beginn der Krise um 30 Prozent. In Athen dürfte es sich um ein Vielfaches handeln: Mehr als 20.000 AthenerInnen leben unter freiem Himmel. Neu daran sind der drastische Anstieg und der hohe Frauenanteil. 65 Prozent der jungen Griechinnen haben keine Arbeit. Die neue griechische Regierung fordert selbstbewusst ein, was eigentlich selbstverständlich sein soll: in die Lage versetzt zu werden, „diejenigen substantiellen und umfassenden Reformen einzuführen, die erforderlich sind, um den Lebensstandard von Millionen von griechischen BürgerInnen wiederherzustellen durch nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum, ausreichend bezahlte Erwerbsarbeit und sozialem Zusammenhalt.“

Nur mit internationalem sozialenZusammenhalt und Solidarität wird Griechenland es schaffen, ein Zeichen gegen die kapitalistische Politik zu setzen. Dazu braucht es eine Bewegung wie Blockupy – hier und überall .
Die Krise ist der Kapitalismus – jeden Tag, überall in der Welt. Von den Rändern der Krise wollen wir den Widerstand ins Herz des europäischen Krisenregimes tragen. Wir werden die Blockupy – Proteste in Frankfurt mit feministischer Mobilisierung durchqueren:

Patriarchat und Kapitalismus den Boden entziehen: Das Leben in den Mittelpunkt stellen! Seid dabei! Rise up! Dance! Take care!

18nulldrei – wir sind dabei! Patriarchat und Kapitalismus den Boden entziehen!
Seid dabei! Rise up! Dance! Take care!

  • Wir werden bunt, kreativ und gewaltfrei rund um die neue EZB spazieren gehen
  • 144. Jahrestag der Pariser Kommune – Frauen auf die Blockaden! – Wir beteiligen uns an Aktionen des zivilen Ungehorsams
  • gemeinsame Kundgebung im Zentrum der Bankenstadt Frankfurt
  • ab 17h Chic im schwarzen Block – Wir lassen uns nicht spalten! Queer feministischer Block bei der zentralen Blockupy-Demonstration