Aktion am Arbeitsministerium / Aktionskonsens

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Am 2. September starten wir um 7.30 Uhr morgens zum Arbeitsministerium, um bunt und entschlossen ein starkes Zeichen gegen Prekarität und Grenzen zu setzen. Unser Ziel ist es, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu blockieren und dessen Politik der Ausbeutung, sozialen Spaltung und Ausgrenzung zu markieren.

Die beiden Treffpunkte am 2. September pünktlich um 7.30 Uhr morgens sind: Potsdamer Platz (Thema: Prekarität/Klassenkampf) und Gendarmenmarkt (Thema: Antira/NoBorder). Diese Orte liegen östlich bzw. westlich des Arbeitsministeriums. Dort gibt es angemeldete Kundgebungen. Kommt zu einem dieser beiden Punkte. An jedem Ort gibt es einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt und Ausdruck. Vom Potsdamer Platz aus protestieren wir gegen das europäische Krisenregime, Niedriglöhne, Hartz IV, der Drangsalierung durch die Jobcenter und der umfassenden Unsicherheit im Leben und der Arbeit. Vom Gendarmenmarkt protestieren wir gegen das europäische Grenzregime, Abschottung, Rassismus und Rechtspopulismus. Wir wollen die Grenzen und Zäune gemeinsam mit Vielen symbolisch und praktisch angehen, markieren und einreißen. Ein gemeinsamer Ort des Protests dafür ist das Arbeitsministerium.

Weitere Informationen gibt es hier (http://blockupy.org/an-die-arbeit-2-september/) und schließlich auf unserer Last-Infos-Veranstaltung am Abend vorher, Donnerstag, 1. September um 20 Uhr im SO36 (Oranienstraße 190, Berlin-Kreuzberg).

Wie in der Vergangenheit gibt es einen Aktionskonsens, der unsere vielfältigen Möglichkeiten skizziert. Für uns gilt: Wir kommen gemeinsam an und beenden die Aktion gemeinsam.

Aktionskonsens

Unser Ziel am Morgen des 02. September 2016 ist, den Arbeitsablauf des „Ministeriums für Arbeit und Soziales“ massiv zu stören und zu blockieren. Als politischer Akteur der Bundesregierung steht es stellvertretend für die Politik der sozialen Spaltung, die auch den rechten Rand in unserer Gesellschaft stärkt. Deswegen wollen wir auch mit kreativen Protestformen das Ministerium aus der Deckung holen und im Stadtbild sichtbar machen. Dabei richten sich unsere Aktionen nicht gegen die Beschäftigten des Ministeriums, die nicht zu ihren Arbeitsplätzen kommen werden.

Für die Blockaden werden wir, gemeinsam mit vielen deutschlandweit angereisten Aktivist*Innen, europäischen Delegationen und lokalen Netzwerken, Organisationen und Gruppen, so nah wie möglich an das Arbeitsministerium herangehen. Im Anschluss an die Blockaden werden einzelne Bündnisorganisationen Aktionen zu Themen und Akteuren der europäischen Innen und Außengrenzen als auch den Grenzen zwischen Oben und Unten durchführen.

Unsere Aktionsform sind Massenblockaden, die aus Menschen bestehen. Mit Sitz- und Stehblockaden und thematischen Gegenständen unseres Widerstands werden wir die Zugänge zum Arbeitsministerium dicht machen. Wenn uns die Polizei Gitter und Zäune in den Weg stellt und das Arbeitsministerium dadurch faktisch abriegelt, werden wir Möglichkeiten finden, diese Absperrungen in unsere Blockaden einzubeziehen. Um unseren Protest zu veranschaulichen, werden einige von uns thematische Gegenstände und Blockadehilfsmittel dabei haben, wie z.B. Leitern und Schlauchboote, Papp-Panzer, Wollfädennetze, Arbeitsuniformen, Absperrband und ähnliches. Sie symbolisieren unseren prekären Alltag und die Verarmung, die Verbindung von europäischer Sozialpolitik und Abschottung an den Außengrenzen, Flucht und Migration, unsere Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus.

Auch wenn Polizeikräfte versuchen, uns von unserem Vorhaben abzubringen, werden wir uns nicht auf sie fokussieren. Wo möglich, werden wir Polizeiketten durch- oder umfließen, werden unsere Körper einsetzen, um die Blockade zu halten. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir nehmen unser Recht auf körperliche Unversehrtheit in Anspruch, dabei können auch körperschützende Materialien und Kleidung verwendet werden.

Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für das Gelingen der Aktion. Wir werden eine Situation schaffen, die für alle Blockierenden transparent ist und in der alle solidarisch aufeinander achten und sich gegenseitig unterstützen. Dieser Charakter der Aktion erlaubt auch Menschen mit wenig Blockade-Erfahrung teilzunehmen.

Blockupy ist Teil der europaweiten Proteste gegen die Verelendungspolitik der Herrschenden und die erstarkende Rechte. Wir erklären uns solidarisch mit allen, die unsere Ziele teilen, gegen diese Politik und die falsche Alternative von Rechts Widerstand zu leisten. Wir stellen uns entschieden gegen alle reaktionären, nationalistischen und rassistischen Positionen.

 

Weitere Termine des Antirassistischen Wochenendes in Berlin 2. – 4. September 2016:

Fr. 2. September – 7.30 Uhr: Potsdamer Platz (Thema: Prekarität/Klassenkampf) und Gendarmenmarkt (Thema: Antira/NoBorder): Blockade des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Fr. 2. September – ab 14 Uhr: dezentrale Aktionen
Sa. 3. September – 14.00 Uhr: Grenzenlos-Block auf der Demonstration „Aufstehen gegen Rassismus“, Adenauerplatz.
So. 4. September – 10.00-17.00 Uhr: Welcome 2 Stay-Treffen, Franz Mehring Platz 1.